Freilichtmuseum Glentleiten: Dreschtag 3.10.2015

3. Oktober 2015

29.9.2015 Großweil. Die Feldbearbeitung ist abgeschlossen und nun gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen: Am Samstag, dem 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit), lädt das Freilichtmuseum Glentleiten zum alljährlichen Dreschtag ein. Unterschiedliche Vorführungen zeigen, wie in der Vergangenheit reife Getreidekörner aus den Ähren herausgelöst wurden und wieviel Zeit das Dreschen beanspruchte.

Technische Entwicklungen führten im Lauf der Zeit zu immer größeren Erleichterungen dieser einst sehr anstrengenden und mühsamen Arbeit.

Der Rhythmus war beim Handdreschen mit Bengel und Flegel besonders wichtig, wenn man – wie einstmals häufig üblich – auf der Tenne in einer Gruppe drischt. Ansonsten konnte es passieren, dass die schweren Schlegel zusammenprallten. Es entwickelten sich sogenannte Dreschsprüche, damit die kräftigen Burschen im Takt blieben und im Gleichklang arbeiteten. Im Jackl-Stadel des Freilichtmuseums führt die Dreschgruppe aus Raisting diese alte und beschwerliche Art des Dreschens sowie die Reinigung der Körner mit Kornfege und Sieben vor.

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Erste Entlastung von der schweren Arbeit übernahmen ab 1840 Maschinen, die auf mechanische Weise mit einem Göpel angetrieben wurden. Die Stiftendreschmaschine ist in Betrieb und kann in Aktion bestaunt werden, wenn das Pferd den Göpel in Gang setzt. Wie scheinbar leicht ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts das Dreschen mit Dampfkraft von statten ging, zeigt ein funktionsfähiges Modell einer Lokomobile, die eine Lanz-Dreschmaschine und eine Strohballenpresse antreibt (Maßstab 1:10).

Im oberbayerischen Freilichtmuseum Glentleiten können sich die Besucher auf dem Themenweg „Korn & Brot“ weitergehend informieren. Hier erfahren sie Wissenswertes über den Getreideanbau und -verarbeitung, wandern an Äckern vorbei, und lernen, welche Arbeiten auf der Tenne erledigt wurden. In den Museumshöfen sind die heimlichen „Schatztruhen“ der Bauern, die Kornkästen, zu entdecken. Wie Getreide mit Wasserkraft gemahlen wurde, ist in der Getreidemühle aus Fischbach (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) anzuschauen.

Beim Glentleitner Dreschtag geht es aber auch um die Weiterverarbeitung von Weizen und Co. Am Backhaus aus Arget (Lkr. München) empfängt die Besucher der Duft von frisch gebackenem Holzofenbrot, das sie mit nach Hause nehmen können. Außerdem backt die Kramerin an einer offenen Feuerstelle frische Auszogne. Dazu spielt die Raistinger Blasmusik auf.