22.3.2021 – Trickbetrug durch falsche Polizeibeamte (Callcenter-Betrug) in Fürstenried

23.3.2021 München. Am Montag, 22.3.2021, meldete sich gegen 14:45 Uhr, ein über 80-Jähriger bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums München und teilte mit, vor ca. einer halben Stunde eine Tasche mit Bargeld und Edelmetallen vor die Wohnungstür gelegt zu haben. Diese wurde von einer ihm unbekannten Person mitgenommen.

Dem vorausgegangen waren Anrufe eines ihm unbekannten Mannes, der sich als Polizeibeamter ausgab und erzählte, dass Einbrecher festgenommen wurden, die einen Zettel mit der Adresse des Seniors in Fürstenried dabei hatten.

Nach diesem ersten Anruf, der gegen 11:00 Uhr kam, brachte der unbekannte Anrufer den über 80-Jährigen und dessen Ehefrau, eine ebenfalls über 80-Jährige, dazu, eine Tasche mit Edelmetallen vor die Tür zu legen.

WERBUNG:

Nachdem diese abgeholt wurde, kam es zu weiteren Anrufen, wodurch das Ehepaar dazu gebracht wurde, eine weitere Tasche mit Bargeld und Edelmetallen vor die Tür zu stellen. Eine unbekannte Frau nahm diese Tasche an sich und entfernte sich in unbekannte Richtung. Die Edelmetalle und das Bargeld in den beiden Taschen hatten insgesamt einen Wert von mehreren Zehntausend Euro.

Nach der Verständigung der Polizei wurde eine Sofortfahndung eingeleitet, die ergebnislos verlief.

Die AG Phänomene hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Die Abholerin konnte wie folgt beschrieben werden:

Sie trug einen dunkelblauen Anorak mit Fellkragen, eine hellgraue Hose und einen rosafarbenen Schal

Zeugenaufruf:

Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich des U-Bahnhofes Fürstenried-West, Neurieder Straße, Appenzeller Straße und Graubündener Straße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3 -AG Phänomene-, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis der Münchner Polizei:

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.

(Symbolfoto, Quelle: Bayerische Polizei)