Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu kann wieder Dividende ausschütten

22.12.2020 Wangen im Allgäu. Zweimal musste die Bürger-Energiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu ihre Generalversammlung 2020 wegen der jeweils aktuellen Corona-Lage verschieben. Nun hat der Aufsichtsrat in einer Videokonferenz getagt und den Jahresabschluss festgestellt.

Der vorgelegte Jahresabschluss 2019 ermöglicht wieder eine Dividende in Höhe von 3 Prozent. Allerdings kann sie in diesem Jahr nicht ausbezahlt werden, weil dazu ein förmlicher Beschluss der Mitgliederversammlung der Genossenschaft notwendig ist.

Dieser Beschluss kann frühestens im Frühjahr 2021 nachgeholt werden. Entsprechend fließt auch die Dividende erst 2021 an die Mitglieder.

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Die beiden Vorstände Christoph Müller (Finanzen) und Wolfgang Friedrich (Technik) blickten auf ein in Sachen Sonnenstrom durchschnittliches Jahr zurück.

Die PV-Anlagen liefen weitgehend störungsfrei. Was sich im Mai 2019 schon andeutete, bestätigte sich bis Jahresende: Die erzeugte Jahres-Strommenge liegt mit ca. 436.000 kWh um ca. 5 Prozent unter der Prognose.

Insgesamt erbrachten alle zwölf PV-Anlagen zusammen einen Ertrag von 1010 Kilowattstunden (kWh) pro kW Peak (Vorjahr 1100 kWh/kWp) Jahresleistung. Das Gesamtergebnis liegt blieben daher unter dem Planansatz, der bei 460 000 kWh gelegen hatte.

Prognosen sprechen für sonnenreiches 2020

Ganz anders gestaltet sich das laufende Jahr 2020: Die Prognosen lassen ein Ergebnis von 510 000 kWh erhoffen. Ein Grund für die Zunahme liegt im Neubau der Anlage auf dem Kindergarten St. Stephan in Primisweiler mit 29,7 kWp. Aber alle Anlagen produzierten auch mehr Strom, weil das 2020 deutlich sonnenreicher war, als das Vorjahr.

Sehr gut ist die Bilanz des sogenannten Lichtcontractings mit der Stadt Wangen. Die BEG hatte hierfür 2018 die Finanzierung übernommen und in einigen Gebieten der Stadt die Straßenlaternen durch LED-Beleuchtung ersetzt.

Die Stadt begleicht diesen de-facto-Kredit der BEG über die Stromkosten-Einsparungen, die durch die energiesparenden Leuchtkörper möglich sind.

Weiterhin einen langen Atem braucht die BEG in der Umsetzung ihres geplanten Engagements im Windpark „Länge“. Nachdem das Genehmigungsverfahren noch einmal neu aufgerollt werden muss, ist nun frühestens 2024 mit der Inbetriebnahme zu rechnen.

In der Jahresbilanz 2019 betragen die Aktiva und Passiva 962 170,72 Euro und liegen damit etwas niedriger als im Vorjahr.

Das Eigenkapital der Genossenschaft beläuft sich auf 857 047,21 Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 89,1 Prozent, die Anlagenquote bei 89,8 Prozent. Die „flüssigen Mittel“ sind gegenüber den Vorjahren wieder angestiegen auf 6 Prozent. Zum Jahresende hatte die BEG 541 Mitglieder, die wiederum 7929 Anteile hielten.

Vorstände bleiben weitere drei im Amt

Noch eine Entscheidung traf der Aufsichtsrat: Die bisherigen Vorstände Wolfgang Friedrich und Christoph Müller wurden für weitere drei Jahre bestellt.