Corona-Impfungen starten in Unterallgäuer Seniorenheimen

23.12.2020 Landkreis Unterallgäu. Sobald der Impfstoff da ist, wird im Unterallgäu und in Memmingen geimpft: Das war die Kernaussage bei einem Pressegespräch im Corona-Impfzentrum in Bad Wörishofen.

Voraussichtlich wird der Impfstoff am kommenden Wochenende ans Impfzentrum Unterallgäu-Memmingen geliefert. Dann kann – wie bundesweit vorgesehen – ab Sonntag, 27. Dezember, auch in der Region mit den Impfungen begonnen werden.

Über mobile Impfteams soll zuerst in den Seniorenheimen in Memmingen und dem Unterallgäu geimpft werden. Ab Anfang Januar soll es dann auch in den beiden Standorten des Impfzentrums in Memmingen und Bad Wörishofen losgehen.

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Dr. Max Kaplan, ärztlicher Koordinator im Unterallgäu, rechnet damit, dass für das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landratsamt zunächst rund 1000 Impfdosen zur Verfügung stehen werden. Damit wolle man als erstes die besonders zu schützenden Menschen in den Seniorenheimen impfen – sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter.

Mobile Teams sollen den Impfstoff im Impfzentrum abholen und zu den Heimen bringen, wo dieser in enger Kooperation mit Heimleitern und Hausärzten verabreicht werde.

Im Unterallgäu und in Memmingen leben Kaplan zufolge 2600 Menschen in Seniorenheimen. Deshalb werde man wahrscheinlich die ersten beiden Impfstoff-Lieferungen für die Heime benötigen. „Wenn wir weiteren Impfstoff bekommen, werden wir auch in den Impfzentren beginnen.“

Voraussetzung hierfür sei auch, dass dann die für die Registrierung erforderliche, bayernweite Software zur Verfügung steht. Die Impfzentren seien logistisch eine „große Herausforderung“, sagte Kaplan. Man wolle nicht übereilt, sondern überlegt starten, betonte Dr. Jan Henrik Sperling, Koordinierungsarzt in Memmingen.

Das Impfzentrum Unterallgäu-Memmingen besteht aus zwei Standorten – einem Impfzentrum in Memmingen und einem Impfzentrum in Bad Wörishofen.

Betrieben werden diese künftig vom Malteser Hilfsdienst Memmingen. Man habe sich für eine Zusammenarbeit mit Memmingen entschieden, um Ressourcen wie den Impfstoff oder die impfenden Ärzte möglichst effizient einzusetzen, informierte Doris Back, Abteilungsleiterin im Landratsamt.

Außerdem müssten viele Bürger aus dem westlichen Landkreis so nicht bis nach Bad Wörishofen fahren, sondern könnten sich in Memmingen impfen lassen.

Eingerichtet wurden die Impfzentren von Stadt und Landratsamt getrennt. In Bad Wörishofen hat das Unterallgäuer Landratsamt ein ehemaliges Möbelhaus in der Gottfried-Daimler-Straße umfunktioniert.

„Die Mitarbeiter haben dieses in kürzester Zeit aufgebaut“, betonte Back. Das Gebäude sei dem Landratsamt von der Regierung von Schwaben überlassen worden. Aktuell finden hier noch Restarbeiten statt.

Wenn das Impfzentrum Unterallgäu-Memmingen in Betrieb geht, werde an beiden Standorten an sieben Tage die Woche von 8 bis 22 Uhr geimpft, erklärte Dr. Heinz Leuchtgens, ärztlicher Leiter des Bad Wörishofer Impfzentrums.

Vorher müsse man sich telefonisch oder über das Internet anmelden. Nach drei Wochen müsse eine zweite Impfung erfolgen. Geplant ist, dass die Ärzte drei Schichten mit je drei Stunden arbeiten und pro Stunde und Standort 25 Personen impfen.

Die Ärzte warben darum, das Angebot zu nutzen. „Gegen Corona zu impfen, ist eine Chance für uns, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, sagte Sperling. „Gehen Sie zum Impfen“, appellierte auch Kaplan an die Bürger.

Der Impfstoff konnte laut Kaplan so schnell entwickelt werden, weil alle Beteiligten eng kooperiert haben und auch genügend finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Dies sei aber nicht auf Kosten von Sicherheit und Qualität geschehen. Im Gegenteil: „Wir haben den sichersten Impfstoff, den man haben kann.“

Sobald eine Anmeldung im Impfzentrum möglich ist, wird dies bekannt gegeben.

Welches Impfzentrum für Bürger aus welchen Gemeinden zuständig ist sowie weitere Informationen rund um das Corona-Virus, findet man auf der Homepage des Landkreises unter www.unterallgaeu.de/corona