Kind nach Wanderung auf tschechischem Hoheitsgebiet vermisst – Einsatz beendet

13.10.2021. Zwischen Sonntag, 10. Oktober 2021 und Dienstag, 12. Oktober 2021, kam es um den Berg Cerchov (Tschechische Republik) zu einer großangelegten Suche nach einem Mädchen aus Deutschland. Die 8-Jährige wurde am heutigen Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen. Der Einsatz ist damit endgültig beendet.

Am frühen Dienstagnachmittag kam die erlösende Meldung von Seiten der tschechischen Behörden, dass das vermisste Kind lebend auf tschechischem Hoheitsgebiet, ca. 3,5 km (Luftlinie) entfernt vom Gipfel des Cerchov aufgefunden wurde. Die Auffindeörtlichkeit lag in entgegengesetzter Richtung zum Ort des Verschwindens.

Knapp einen Tag blieb das Mädchen zur Behandlung und Untersuchung in einem deutschen Krankenhaus. Bis auf einen leichten Kratzer am Bein war das Kind unverletzt.

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Sie musste langsam wieder aufgewärmt werden und hat zwischenzeitlich wieder eine normale Körpertemperatur erreicht. Gegen Mittag konnte sie das Krankenhaus in Begleitung von Familienangehörigen wieder gesund verlassen.

Nach ersten Befragungen war die 8-Jährige immer wieder in Bewegung und hat dabei wohl mehrere Kilometer zu Fuß im Wald zurückgelegt. Der genaue Weg kann nicht mehr nachvollzogen werden.

Nachts schlief sie auf einer Wiese in hohem Gras und habe dabei auch Tiere wie Rehe, Füchse und ein Wildschwein gesehen.

Sie beschrieb, dass sie sich nachts im Wald fürchtete und deshalb nicht auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Sie führte weiterhin aus, dass sie nichts gegessen und getrunken hatte. Sie sei auf der Suche nach dem Wanderweg des Aufstiegs gewesen, doch habe sie ihn nicht mehr gefunden. Bei ihrem Auffinden trug sie noch die Kleidung, die sie auch auf den Fahndungsfotos anhatte.

(Symbolfoto: Bayerische Polizei)

Das Mädchen wurde unmittelbar nach seinem Auffinden sofort in ein deutsches Krankenhaus eingeliefert und traf dort auf ihre Eltern. Die Situation wurde auch von den anwesenden Betreuungskräften der Polizei als sehr emotional beschrieben.

Die Familie lässt hiermit ausrichten, dass man „überglücklich sei und sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedanke“. Man brauche jetzt erstmal Zeit für sich, weshalb explizit um Beachtung der Privatsphäre gebeten wird.

Aufgefunden wurde das Mädchen gegen 13:35 Uhr in einem unwegsamen Waldstück von einem tschechischen Förster, der in die Suche mit eingebunden war. Es war zu diesem Zeitpunkt ansprechbar, äußerlich unverletzt, aber unterkühlt.

Das vermisste Kind befand sich völlig erschöpft in einem Gebüsch und machte nicht auf sich aufmerksam. Die 8-Jährige wurde dem Rettungsdienst übergeben.

An der Suche waren mehr als 1.400 Suchkräfte, insbesondere von Polizei, Bergwacht, Feuerwehren, THW und allen weiteren Hilfs- und Rettungsorganisationen im Einsatz.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz bedankt sich erneut bei allen tschechischen und deutschen Einsatzkräften und allen freiwilligen Helfern/-innen für ihren unermüdlichen Einsatz.

Hervorzuheben ist die gewohnt vertrauensvolle, unbürokratische und daher länderübergreifende Zusammenarbeit mit den tschechischen Partnern.