Landkreis Unterallgäu 2020: Wahlen, Investitionen und das Virus

17.12.2020 Landkreis Unterallgäu. „Vieles hat sich im Jahr 2020 geändert: Die Menschen tragen Gesichtsmasken, reichen sich zur Begrüßung nicht mehr die Hand, viele Veranstaltungen wurden abgesagt – aufgrund der Corona-Pandemie wird das Jahr 2020 in die Geschichtsbücher eingehen. Mir persönlich wird es aber noch aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben: Seit Mai 2020 bin ich Landrat des Landkreises Unterallgäu.“ Mit diesen Worten blickt Landrat Alex Eder auf das Jahr 2020 zurück.

Die Unterallgäuer Wirtschaft sei von den Auswirkungen des Virus nicht verschont geblieben: Viele Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet. „Vergleichsweise ist die Lage im Unterallgäu dennoch stabil, auch unsere Arbeitslosenquote liegt – obwohl sie gestiegen ist – immer noch im Bereich der Vollbeschäftigung“, sagt Eder. Und obwohl sich die Pandemie auf die Finanzen des Landkreises auswirke, sei der Landkreis im Jahr 2020 große Projekte angegangen.

Insgesamt flossen vier Millionen Euro in das Kreisstraßennetz. Zum Beispiel baut der Landkreis die Ortsdurchfahrt von Warmisried (MN 28) und die Kreisstraße in Richtung Unteregg bis zur Einmündung in die Kreisstraße MN5 aus. „Auf freier Strecke sind die Arbeiten bereits abgeschlossen – auch die Brücke über die Mindel wurde erneuert“, so Eder.

WERBUNG:

Die Ortsdurchfahrt von Stockheim (Kreisstraße MN 29) wurde auf einer Länge von 450 Metern ausgebaut. Damit Fußgänger die Straße sicherer überqueren können, entstand am östlichen Ortseingang eine Mittelinsel. Auch die Wertachbrücke wurde im Zuge dieser Maßnahme saniert. Im Herbst begonnen hat der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Bad Grönenbach (Kreisstraße MN 21), die Arbeiten werden hier noch bis ins neue Jahr andauern.

2020 fiel der Startschuss für die Erweiterung des Kreis-Seniorenwohnheims Am Anger in Bad Wörishofen. Hier entstehen laut Eder 21 neue Pflegeplätze. Insgesamt können dann in der Einrichtung 69 Bewohner versorgt werden. Voraussichtlich wird der rund vier Millionen Euro teure Bau im Sommer 2021 abgeschlossen.

In immer mehr Regionen des Landkreises fährt der Flexibus, seit Herbst auch im Raum Ottobeuren und Markt Rettenbach. „Im nächsten Jahr soll es das Angebot auch in Bad Wörishofen und im Raum Türkheim geben“, kündigt Eder an. Bereits seit längerem verkehrt der Flexibus in den Knoten Mindelheim, Kirchheim-Pfaffenhausen und Babenhausen-Boos. Der Flexibus fährt innerhalb seiner Wabe unabhängig von einem Fahrplan und befördert die Fahrgäste nahezu von Tür zu Tür.

„Den Kampf um die Landwirtschaftsschule haben wir dieses Jahr leider verloren. Doch ein Gewinn für unsere Bildungslandschaft wäre eine neue Fachakademie für Sozialpädagogik“, sagt der Landrat. Zusammen mit der Stadt Memmingen würde der Landkreis gerne eine solche Fachakademie an der Berufsschule in Memmingen einrichten, um hier die Ausbildung zum Erzieher anzubieten. Der Antrag liegt bereits beim Kultusministerium. „Ich finde: Gerade angesichts des Fachkräftemangels wäre das eine gute Investition“, so Eder.

Mit der medizinischen Weiterentwicklung hat der Klinikverbund Allgäu begonnen. Allein in Baumaßnahmen an den beiden Klinikstandorten im Unterallgäu werden in den kommenden Jahren rund 80 Millionen Euro investiert. Die Klinik in Ottobeuren verstärkt ihre Kompetenz im Bereich der Orthopädie. An der Klinik in Mindelheim treten zum Jahresbeginn ein neuer Chefarzt für Gastroenterologie und ein neuer Chefarzt für Unfallchirurgie an.

„Nächstes Jahr wird das Unterallgäu um eine touristische Attraktion reicher“, kündigt Eder an. Im Frühjahr 2021 werden die „Glückswege“ eröffnet – 14 Rad- und Wanderwege mit freizeittouristischen Höhepunkten und ortsspezifischen Besonderheiten greifen auf unterschiedliche Weise das Thema Glück auf.

„Ein weiterer Faktor, der das Leben in unserem Landkreis besonders bereichert, sind die tatkräftigen Menschen, die hier leben! Menschen, die in schweren Zeiten für andere da sind und sich ehrenamtlich einbringen. In unserem Landkreis gibt es viele kreative Köpfe: Und so bin ich zuversichtlich, dass wir auch im Jahr 2021 wieder Wege finden werden, unsere Gemeinschaft zu pflegen – ganz unabhängig von der Pandemie“, sagt Landrat Eder.