Landkreis Unterallgäu vergibt Förderpreis für Senioren-Projekte

20.11.2015 Landkreis Unterallgäu. Es war ein vergnüglicher Abend, eine Feier mit vielen strahlenden Gesichtern: Verbunden mit einem „dicken Dankeschön“ für den vielfältigen engagierten ehrenamtlichen Einsatz haben Landrat Hans-Joachim Weirather und Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla jetzt zum zweiten Mal drei Förderpreise verliehen – drei Förderpreise für drei vorbildhafte Projekte in der Seniorenarbeit.

Ausgezeichnet wurden die Nachbarschaftshilfe Babenhausen, der Seniorenkreis Rammingen und der Seniorentreff des Roten Kreuzes in Mindelheim. Sabine Wenng von der bayerischen Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ und Josef Niederleitner von der Landesseniorenvertretung Bayern (LSVB) stellten dem Unterallgäuer Seniorenkonzept beim Festabend ein herausragendes Zeugnis aus. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte die „Jazzbande“ aus Mindelheim.

„Es ist großartig, was hier läuft“, betonte Wenng. Sie werde nicht müde, die Unterallgäuer Projekte in ganz Bayern bekannt zu machen. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden und aus einem bloßen Konzept seien viele „passgenaue Lösungen“ für die Senioren in den Unterallgäuer Gemeinden entstanden. Dies sei keineswegs selbstverständlich – schließlich brauche es dazu vier Dinge: engagierte Bürger, ein gutes Netzwerk, einen engagierten Bürgermeister und jemanden, der die Fäden in der Hand halte.

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Dass Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla diese Aufgabe hervorragend löse, betonte nicht nur Wenng, sondern alle Redner. „In den heute ausgezeichneten Projekten spiegelt sich die Bandbreite der Seniorenarbeit im Unterallgäu wider“, meinte auch der stellvertretende LSVB-Vorsitzende Niederleitner. „Was im Unterallgäu geleistet wird, geht weit über den üblichen Rahmen hinaus.“ Er bezeichnete die Preisträger als „leuchtende Beispiele“ dafür, wie selbst in kleinen Gemeinden das Leben für Senioren nachhaltig verbessert werden könne.

Eine siebenköpfige Jury – besetzt mit Experten aus der Seniorenarbeit und Vertretern des Kreistags – hatte laut Weirather die schwere Aufgabe, aus den eingereichten sehr guten Projekten die drei besten auszuwählen. „Jedes einzelne Projekt trägt dazu bei, dass wir unserem gemeinsamen Ziel einen Schritt näher kommen: Jeder Unterallgäuer soll im Alter so lange wie möglich zuhause wohnen können“, betonte Plepla.

Das sind die Preisträger:

1. Preis (3000 Euro): „BuS – Bürger unterstützen Senioren“ der Nachbarschaftshilfe Babenhausen: Ziel des Projekts war es laut Vorsitzendem Manfred Lingens, eine organisierte Nachbarschaftshilfe aufzubauen, um hilfsbedürftige Senioren so zu unterstützen, dass ein möglichst langer Verbleib im eigenen Zuhause möglich wird. „BuS“ wurde von den Arbeitsgruppen des Seniorenkonzepts des Landkreises entwickelt. Die Projektleitung übernahm in den ersten beiden Jahren das Kolping-Bildungswerk.

Jetzt hat der Verein rund 250 Mitglieder und ist in Babenhausen in über 25 Haushalten mit seinem Helferkreis unterstützend tätig – dabei werden die Senioren etwa zu Ärzten und Behörden oder zum Einkaufen begleitet, sie bekommen Hilfe im Garten oder im Haushalt, bei Bürotätigkeiten oder mit dem Handy. Die Helfer bekommen für ihre Leistungen eine Aufwandsentschädigung, der Hilfsbedürftige bezahlt für die Leistungen ein Entgelt an den Verein. Für Senioren mit geringer Rente wurde ein Sozialfond aufgebaut. Das Preisgeld soll in diesen Sozialfond fließen.

2. Preis (2000 Euro): Senioren-Jahresprogramm „Wohnen und Leben in Rammingen“ des Seniorenkreises Rammingen: Im Ramminger Seniorenkreis engagieren sich fünf Frauen seit 2012 ehrenamtlich. Seitdem wurden die Angebote in der Gemeinde nach und nach ausgeweitet und kirchliche und gemeindliche Angebote aufeinander abgestimmt, wie Ingrid Schindele vorstellte.

Bisher profitieren etwa 40 Senioren von diesem Projekt – so findet ein regelmäßiger Treff statt, bei dem auch Vorträge, Ausflüge, Gedächtnistraining und generationsübergreifende Angebote durchgeführt werden. Zudem gibt es auch einen Besuchsdienst im Krankenhaus und zu Hause. Das Preisgeld soll unter anderem in (Spiel-) Geräte für Jung und Alt fließen. Es ist auch der Aufbau eines Mittagstischs angedacht.

3. Preis (1000 Euro): BRK-Seniorentreff des Rotkreuz-Kreisverbands Unterallgäu: Ziel des BRK-Seniorentreffs ist es laut Markus Riker, Begegnung zu fördern und die Isolation von älteren Menschen zu vermeiden sowie präventive Angebote für Körper und Geist zu machen.

Das Angebot gibt es bereits seit 26 Jahren. Über 21.000 ehrenamtliche Helferstunden wurden seither geleistet. Durchschnittlich 15 bis 20 Seniorinnen und Senioren nehmen das wöchentliche Angebot regelmäßig in Anspruch.

Mehr Informationen zum Seniorenkonzept des Landkreises und zur Preisverleihung findet man im Internet unter www.unterallgaeu.de/seniorenkonzept