Mercedes-Benz AG verkauft Pkw-Werk im französischen Hambach

8.12.2020 Stuttgart. Auf dem Weg zur CO2-Neutralität investiert die Mercedes-Benz AG massiv in die Transformation des Unternehmens. Dazu gehört im Rahmen der Effizienzsteigerung auch die strukturelle Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten und Fertigungsumfänge innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars.

Vor diesem Hintergrund haben die Mercedes-Benz AG und INEOS Automotive entsprechende Vereinbarungen zum Verkauf des Werks Hambach unterzeichnet. INEOS Automotive erwirbt alle Gesellschaftsanteile der smart France S.A.S. und wird damit das Werk in Hambach nach Klärung der letzten Details in den nächsten Wochen übernehmen.

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Mercedes-Benz AG Werk Hambach (Quelle: Mercedes-Benz AG)

Auf Basis der Verhandlungen bezüglich der Zukunft der Beschäftigten und Fortführung der Produktion im Werk Hambach werden im vierten Quartal 2020 keine wesentlichen negativen Effekte erwartet, die das Ergebnis von Mercedes-Benz Cars & Vans belasten.

Gemeinsames Ziel der Mercedes-Benz AG, INEOS Automotive, der Arbeitnehmerseite und der Politik war es, die Beschäftigung am Standort zu sichern. Die Produktion der aktuellen zweisitzigen smart EQ Elektrofahrzeuge im Werk Hambach wird fortgesetzt.

Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO:

„Wir befinden uns in einer großen Transformation des Unternehmens und wollen diese erfolgreich gestalten. Dafür investieren wir massiv in unsere Elektrooffensive und eine umfassende Digitalisierung. Hierfür müssen wir das Unternehmen noch effizienter aufstellen, die Optimierung unseres globalen Produktionsnetzwerks ist dabei ein ganz entscheidender Stellhebel. Der Verkauf unseres Werkes in Hambach ist daher ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Für uns stand dabei im Vordergrund, dies sozialverträglich umzusetzen und die Arbeitsplätze zu sichern. Gemeinsam mit den Sozialpartnern, der Politik und dem Käufer INEOS Automotive haben wir für Hambach eine tragfähige Lösung gefunden, die dem Standort eine klare Zukunftsperspektive bietet.“

Die Gespräche mit den Sozialpartnern und der Politik haben maßgeblich dazu beigetragen, dass eine zeitnahe Lösung herbeigeführt werden konnte, welche ebenfalls nach Abschluss des Konsultationsprozesses vom lokalen Sozial- und Wirtschaftsausschuss mit einer befürwortenden Stellungnahme bestätigt wurde. Der Ausschuss vertritt die Interessen der Arbeitnehmer im Unternehmen.

Dank der konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten wurde ein wesentliches Verhandlungsziel erreicht: Sicherung der Beschäftigten bei der smart France S.A.S. und von Systempartnern am Standort, die ein Beschäftigungsangebot angenommen haben. Zusammen sind das rund 1.300 Beschäftigte.

Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Produktion und Supply Chain Management:

„Das Werk in Hambach gehörte seit mehr als 20 Jahren zum globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars. Die hochkompetente Mannschaft hat viele Fahrzeuganläufe erfolgreich gemeistert und steht für Erfahrung und Qualität. Daher freue ich mich umso mehr, dass wir mit INEOS Automotive einen Käufer gefunden haben, der den Standort Hambach in die Zukunft führt. Durch die Neuausrichtung und Verschiebung von Kapazitäten innerhalb unseres globalen Produktionsnetzwerks steigern wir die Effizienz in der Produktion der Mercedes-Benz AG nachhaltig. Unsere Ziele bei einem Verkauf des Werks Hambach waren die Fortsetzung der Produktion der aktuellen elektrischen smart EQ Modelle und die Beschäftigung am Standort zu sichern. Beide Ziele haben wir erreicht. Mein Dank und die besten Wünsche gehen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standorts Hambach, die mit ihrem Know-how und Engagement jahrelang zum Erfolg von Mercedes-Benz und smart beigetragen haben und jetzt mit einem neuen Eigentümer weiterhin Fahrzeuge in Top-Qualität produzieren werden.“

Die Mercedes-Benz AG und INEOS Automotive waren im Rahmen des Verkaufsprozesses für das Werk Hambach ebenfalls in engem Austausch mit Vertretern der französischen Regierung sowie den regionalen und lokalen Behörden, die den Prozess aktiv begleitet haben.

Über das Werk Hambach

Am 27. Oktober 1997 weihten der damalige französische Staatspräsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Helmut Kohl das Produktionswerk im lothringischen Hambach ein.

1998 begann mit dem ersten smart fortwo die Produktion. 2012 startete das Werk Hambach als erstes Werk in Europa mit der Serienfertigung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb parallel zu den konventionellen Modellen mit Verbrennungsmotor.

Seit 2019 produziert das Werk mit dem smart EQ fortwo (Stromverbrauch kombiniert: 16,5 – 14,0 kWh/100 km, CO₂‑Emissionen kombiniert: 0 g/km)*[1] und dem smart EQ fortwo Cabrio (Stromverbrauch kombiniert: 16,8 – 14,2 kWh/100 km, CO₂‑Emissionen kombiniert: 0 g/km)*1* die vierte Generation von smart Elektrofahrzeugen. Bis heute sind mehr als zwei Millionen smart fortwo in Hambach vom Band gelaufen.

[1] Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt.

Mercedes-Benz AG und INEOS Automotive haben entsprechende Vereinbarungen zum Verkauf des Werks Hambach in Frankreich unterzeichnet. Die Produktion der aktuellen zweisitzigen smart EQ Elektrofahrzeuge im Werk Hambach wird fortgesetzt.