Reitverein entscheidet sich für die neue Halle in Wangen

27.9.2021 Wangen im Allgäu. Reitverein entscheidet sich für die neue Halle – Straffer Zeitplan: Das Gebäude soll Ende 2022 stehen.

Die Hauptversammlung des Reitvereins hat einstimmig dem Umzug und Neubau seiner Halle im Südwesten der ERBA zugestimmt. So kann jetzt der Bauantrag eingereicht werden. Im Herbst kommenden Jahres soll die neue Halle stehen, wenn alles nach Plan läuft.

In der derzeitigen Reithalle versammelten sich die Mitglieder und konnten sich dort auch das Modell von Architekt Florian Nagler ansehen. Nagler war aus München gekommen, um das Projekt zu erläutern und Fragen zu beantworten. Er stellte sich vor als ein Architekt, der alles baut „vom Einfamilienhaus zur Universität und vom Kuhstall bis zur Kirche“.

WERBUNG:

Drei Funktionen wird das neue Gebäude unter seinem neuen Dach vereinen: einen Stall, eine 23 mal 60 Meter große Halle und eine Maschinenhalle. Integriert sind unter anderem Büros, Reiterstüble und über zwei Stockwerke eine Wohnung, in die ein Betriebsleiter einziehen könnte.

Architekt Florian Nagler (rechts) erläutert der Hauptversammlung des Reitvereins im Beisein von OB Michael Lang die Pläne für die neue Reithalle. Das Modell ist – aufgeschnitten – im Vordergrund zu sehen. Foto: Stadt Wangen / sum

Oberstes Ziel bei der einfachen Holzbauweise sei es, „verantwortlich mit den Ressourcen umzugehen“, sagte Nagler. Wie bisher soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage gebaut werden. Jene, die auf dem jetzigen Dach installiert ist, wird übernommen.

Eine Besonderheit der Halle: Die Wände sind nach oben und unten in Modulen verschiebbar, so dass stets gut gelüftet werden kann und Pferd und Reiter viel freie Sicht in die Landschaft haben können. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Nagler will die Firma Holzbau Maier aus Geiselharz-Schauwies die Halle verwirklichen.

Geschäftsführer Hubert Maier nahm Stellung unter anderem zum Thema der Holzpreise. Sie seien im Herbst 2020 auf einem Tiefpunkt gewesen, im Frühjahr 2021 aber „durch die Decke gegangen“.

Mittlerweile habe sich die Lage wieder beruhigt und die Preise seien rückläufig. Oberbürgermeister Michael Lang sagte: „Ich freue mich, dass der Reitverein mit dem Büro Nagler und der Firma Maier ein kompetentes Team gefunden hat.“

Florian Nagler sei ein hochdekorierter Architekt mit einer Ausbildung zum Zimmermann und mit dem Unternehmen Maier sei ein kompetenter lokaler Partner im Boot. Vorständin Andrea Bietsch nannte die Halle ein „supertolles Projekt“.

Im Anschluss kreisten zahlreiche Fragen um die Belüftung in der Halle, die naturgemäß durch die Bewässerung des Geläufs ständig mit Feuchtigkeit zurechtkommen muss. Architekt Nagler sagte, man habe von Anfang an die Wassermengen abgefragt und einberechnet. Außerdem gelte: Je mehr Holz verbaut werde, desto besser könne sich die Feuchtigkeit auch verteilen. Deshalb wolle man so viel wie möglich Vollholz verwenden.

Das Projekt wird finanziert über mögliche Zuschüsse aus der Landesförderung „Cluster Holz“, dem Württembergischen Landessportbund, einer Eigenbeteiligung des Vereins sowie Mitteln der Stadt und der Stadtsanierung.

Der Verkauf der Grundstücke auf dem derzeitigen Areal der Reiter und der ehemaligen Kläranlage macht die Co-Finanzierung möglich und notwendig, denn die Stadt möchte, dass der Verein seine derzeitige, funktionierende Anlage verlässt, um Platz für Wohnungen zu schaffen. „Sie werden aber nicht besser behandelt als andere Vereine“, sagte OB Lang.

Der Zeitplan für die Umsetzung sieht so aus: Noch im Herbst soll mit dem Bau des 115 mal 40 Meter großen Reitplatzes am neuen Standort begonnen werden, der im April 2022 fertiggestellt werden soll. Bis dahin nutzen die Reiter die bisherige Halle noch.

Mit dem jetzigen Beschluss kann umgehend der Bauantrag für die neue Halle gestellt werden. Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen und die Fertigstellung im Herbst.
Mit den Reitern wird auch der Hundesportverein an den neuen Standort ziehen.