Stadtrat Lindau beschließt einstimmig Feuerwehrbedarfsplan

23.7.2021 Lindau (Bodensee). Der Lindauer Stadtrat hat einstimmig den Feuerwehrbedarfsplan beschlossen. Mit dem Beschluss des Feuerbedarfsplans für die Stadt Lindau durch den Stadtrat erfolgte ein wichtiger Schritt um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lindau auch weiterhin adäquat gewährleisten zu können.

„Wir haben ein Gesamtpaket aus vielen Einzelmaßnahmen geschnürt“, erklärt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons, „die Verwaltung und die Feuerwehr gehen jetzt an die Umsetzung.“

Der Feuerwehrbedarfsplan beschreibt zum einen den aktuellen Stand der Gefahrenabwehr in Lindau, zum anderen die durch den Stadtrat geplante Entwicklung der Feuerwehr für die nächsten fünf Jahre. Auch die Feuerwehr Lindau profitiert vom Feuerwehrbedarfsplan, da sich daraus für sie eine Planungssicherheit für die nächsten Jahre ergibt. Das Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung (IBG) aus Heilsbronn hat die Stadt fachlich unterstützt.

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Das Unternehmen hat zunächst in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr die erforderlichen Daten erhoben und ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass wegen der geografischen Ausdehnung der Stadt die Feuerwehr in verschiedenen Bereichen vor besonderen Herausforderungen steht.

Insbesondere im Bereich der Insel und in den nördlichen Stadtteilen Oberreitnau und Unterreitnau klar, dass ein Großteil der Feuerwehrangehörigen auf Grund der Arbeitsplatzsituation werktags tagsüber nicht für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr zur Verfügung steht. Dadurch ergibt sich für diese Bereiche Verbesserungsbedarf bei der Einhaltung der vom Freistaat Bayern für die Feuerwehrbedarfsplanung vorgegebenen Frist von 8,5 Minuten für das Eintreffen der Feuerwehr, gerechnet nach der Alarmierung.

Ein Arbeitskreis, bestehend aus Mitgliedern des Stadtrats, der Verwaltung, der Feuerwehrführung sowie des beratenden Unternehmens hat in mehreren Sitzungen ein Maßnahmenpaket entwickelt, um die Gefahrenabwehrkonzeption und die Einhaltung der 8,5 Minuten Frist nachhaltig zu verbessern. Lindau setzt dabei auch weiterhin auf die ehrenamtliche Struktur der Feuerwehr Lindau, die durch dieses Maßnahmenpaket noch schlagkräftiger werden soll. Die Erprobungsdauer für dieses langfristig angelegte Maßnahmenpaket geht bis 2024.

Der Feuerwehrbedarfsplan zeigt auch, dass die erforderlichen Feuerwehrfahrzeuge im notwendigen Umfang vorhanden sind. Für den Landkreis Lindau werden darüber hinaus auf der Hauptfeuerwache Sonderfahrzeuge vorgehalten, die für die Gefahrenabwehr im gesamten Landkreis eingesetzt werden.

Mit der mittelfristig geplanten Errichtung eines zentralen Feuerwehrhauses Nord wird die Stadt Lindau die Gefahrenabwehr im nördlichen Stadtgebiet von Lindau weiter verbessern. Grundsätzlich sind die Feuerwehrhäuser der Stadt Lindau in einem betriebssicheren und zukunftssicheren Zustand.

Derzeit verfügen alle Löschzüge der Feuerwehr Lindau über eine ausreichende Anzahl von Feuerwehrangehörigen, die die notwendigen Qualifikationen zur Besetzung aller Funktionen für die erforderlichen Feuerwehrfahrzeuge aufweisen. Allerdings ist die Personalverfügbarkeit werktags tagsüber deutlich schlechter, als in den Nachtstunden. Dieser bundesweite Trend ist damit auch bei der Feuerwehr Lindau zu verzeichnen.

In der Anlage zum Feuerwehrbedarfsplan ist ein Maßnahmenpaket definiert, dass durch verschiedene Einzelmaßnahmen die Sicherung und Verbesserung der Alarmsicherheit – insbesondere werktags tagsüber – für die Löschzüge gewährleisten soll.

„Die Stadt Lindau bedankt sich bei der Feuerwehr Lindau, insbesondere bei Stadtbrandinspektor Max Witzigmann und seinem Stellvertreter Stadtbrandmeister Florian Kainz, für die umfangreiche und konstruktive Zuarbeit bei der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans“, so Dr. Alfons. Sie hob noch einmal die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehr hervor. „Feuerwehr gehört zu unseren Pflichtaufgaben“, so die Oberbürgermeisterin, „wir sollten alles tun, damit die Ehrenamtlichen gute Bedingungen vorfinden, denn so schützen wir die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger.

Sie stellte zudem klar: „Das Maßnahmenpaket stärkt die ehrenamtliche freiwillige Feuerwehr und kann von der Stadt Lindau wirtschaftlich gestemmt werden.“