Wangen im Allgäu fräst nachts Straßen frei

12.1.2019 Wangen im Allgäu. Der städtische Bauhof rückt nachts mit der Fräse aus, um die Straßen frei zu machen.

22 Uhr am Mittwochabend: Orangefarbene Blinklichter erhellen die Epplingser Halde und Am Sommerrain. Seit zwei Stunden sind Stefan Gufler, Einsatzleiter beim städtischen Bauhof, und die Fahrer von drei Fremdfirmen mit der Fräse und insgesamt vier Großfahrzeugen dabei, die Schneeberge aus dem Gebiet zu bringen.

(Foto: Stadt Wangen, Pressestelle)

Die Fräse gräbt sich in die Haufen und haut Schneefontainen auf die Lkws. Ist die Ladefläche voll, fährt der Fahrer weg und der nächste Laster rollt von hinten heran. Es geht wie am Fließband.

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Abgefahren wird der Schnee in diesem Winter an mehrere Stellen, weil die bisher genutzte Fläche in der Auwiesensiedlung zum großen Teil durch die Baustelle der Baugenossenschaft belegt ist. In diesem Fall landet der Schnee bei der Brücke in Epplings und wird von einem Radlader aufgeschoben, damit alles Platz finden kann.

Ein paar Nachbarn stehen an der Straße, fotografieren, filmen oder schauen einfach nur zu. „Das sieht man nicht jeden Tag“, sagt einer von ihnen sichtlich beeindruckt und ist froh, dass der Bauhof für Abhilfe sorgt. „Es soll ja noch mehr kommen“, sagt er.

(Foto: Standt Wangen, Pressestelle)

Die Anwohner wurden – wie in solchen Fällen üblich – von der bevorstehenden Aktion informiert. „Wir haben Parkverbotsschilder mit Hinweis auf die Aktion aufgestellt, damit keine Autos mehr an der Straße parken, wenn wir kommen“, berichtet Stefan Gufler. Dabei zeigten sich auch viele Anwohner sehr kooperativ. So konnten Fahrzeuge, die sonst an der Straße stehen, während der Arbeiten des Winterdiensts vor Garagen am Eingang der Siedlung parken.

Dass sich nicht alle Bürger und Bürgerinnen durch solche Vorwarnungen erreichen lassen, zeigte sich jedoch auch an diesem Abend. Einsatzleiter Gufler berichtete von einem Anwohner, der sich den Weg zur Garage mit seinem Wangen ertrotzte.

„Solche Dinge kosten uns Zeit“, sagte Gufler. Und mitten an der Abzweigung Epplingser Halde und Am Sommerrain parkte ein Fahrzeug, dessen Halter zwar ermittelt werden konnte, aber dennoch unauffindbar war. „Er kommt aus Schlier und ist hier vermutlich irgendwo zu Besuch“, sagte Gufler. Für die Männer in den Großfahrzeugen bedeutete es Millimeterarbeit, um den Wagen herum zu räumen, ohne ihn zu beschädigen.

(Foto: Stadt Wangen, Pressestelle)

Gegen 22.30 Uhr ist der Spuk in Epplings vorüber, die Blinklichter setzen sich Richtung Wangener Innenstadt in Bewegung. „Wir fräsen jetzt an der Isnyer Straße, weiter an der Klosterbergstraße, Gegenbaurstraße, Immelmannstraße, Boelkeplatz, Rindalphornweg, Grüntenweg sowie an der Rudolf-Steiner-Straße bis zur Spinnerei“, sagte Gufler.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabie auf Bushaltestellen und Parkbuchten. An der Isnyer Kreuzung stellt Gufler sein Einsatzfahrzeug quer und zwei Warnbaken auf. Autofahrer, die während der Fräsarbeiten Richtung Isny wollen, leitet er freundlich um. Der Weg führt über den Atzenberg. „Das ist in Ordnung“, kommentiert ein Fahrer und fragt besorgt: „Wissen Sie, wie es an der Eglofser Steige aussieht?“

Ein Anwohner wird von dem Spektakel auf die Straße gelockt. Er ist in Sonthofen aufgewachsen. Ein Winter wie dieser sind für ihn nichts Neues. „Die Leute vom Bauhof hier machen einen echt guten Job“, sagt er. Persönlich braucht er den Winter nicht mehr. „Wenn man mal um die 50 ist, bedeutet Winter vor allem Arbeit“, sagt er, macht ein paar Fotos und zieht sich zurück.

Für Stefan Gufler und die Männer auf den großen Fahrzeugen endet der Einsatz mit dem beginnenden Berufsverkehr am nächsten Morgen. Dann wird eine lange Nacht hinter ihnen liegen. Sie werden dann Kollegen begegnet sein, die schon wieder den aktuellen Schneefall von der Straße räumen – während die überwiegende Mehrheit der Wangener und Wangenerinnen wohlbehalten ruht.

Info: Der Winterdienst der Stadt Wangen ist seit Sonntag Tag und Nacht mit 47 eigenen Mitarbeitern und zehn Mitarbeitern von Dienstleistern im Einsatz. Sie alle arbeiten bis ans Limit und tun ihr Bestes, damit der Verkehr rollen kann.

300 Kilometer umfasst das Straßennetz, das mit 22 Großräumern, von denen wiederum zehn mit Streuern ausgerüstet sind, bearbeitet wird. Außerdem sind neun Schmalspurschlepper unterwegs, um unter anderem Fußwege zu räumen. eine Kompaktfräse und zwei kleinere Fräsen stehen für die Abräumarbeiten zur Verfügung.

Quelle: www.Wangen.de

(Foto: Stadt Wangen, Pressestelle)